Talent Acquisition 2023: Diese Trends sollten medizinische Einrichtungen auf dem Radar haben

Die Lage am Arbeitsmarkt ist konstant angespannt und auch für das kommende Jahr ist keine wesentliche Besserung in Sicht. Der Fachkräftemangel macht somit auch Kliniken und anderen Einrichtungen im Medizinsektor weiterhin stark zu schaffen. Es gilt also kreativ zu werden und dem Recruiting intensiv Zeit zu widmen, möchte man Talente vor allen anderen für sich gewinnen. Welche Trends medizinische Einrichtungen bei der Talent Acquisition auf dem Schirm haben sollten, um das Rennen um die besten Kandidaten für sich zu entscheiden, erläutert EMC Adam in seiner Prognose für 2023.

Trend 1: Employer Branding weiterhin unerlässlich

Da sich die Mehrheit der Kandidaten vor dem Einreichen einer Bewerbung über eine medizinische Einrichtung gezielt informiert, sollte das Employer Branding auch 2023 ganz oben auf der Agenda stehen: Mit dem Ziel Bewerber sowie Mitarbeitende in den Mittelpunkt aller Aktivitäten zu stellen. Gute Marketing-Skills werden für medizinische Einrichtungen deshalb auch im kommenden Jahr essenziell sein. Um daher in Sachen Employer Branding noch stärker aus der Masse hervorzustechen, denken einige Einrichtungen über Unternehmensbotschafter, auch Corporate Influencer genannt, nach. Die Idee: ausgewählte Mitarbeitende bieten via Social Media Einblick in ihren Arbeitsalltag und die Arbeitsatmosphäre und fungieren so als glaubwürdige Fürsprecher für ihr Unternehmen. Im Idealfall werden sie dadurch zu Co-Recruitern, die helfen, eine attraktive Arbeitgebermarke zu formen. Zu einem guten Employer Branding gehören aber auch weiterhin attraktive Karrieremodelle. Schließlich wollen viele Ärzte früher oder später die Früchte ihrer Arbeit ernten und erwarten konkrete Perspektiven, um ihre Karriere voranzubringen.

Trend 2: Social-Media-Recruiting für Generation Z

Medizinische Einrichtungen sollten im Jahr 2023 weitgehend auf veraltete Recruiting-Methoden verzichten und vermehrt auf automatisierte Prozesse sowie ein gezieltes Social-Media-Recruiting über LinkedIn oder Xing setzen. Der Grund ist einfach: die Generation Z (kurz “Gen Z”) sucht verstärkt nach einem Platz in der Arbeitswelt und ist mit digitalen Formaten sowie den sozialen Netzwerken groß geworden. Sie kommunizieren daher im Wesentlichen via Social Media. Deshalb sollten auch medizinische Einrichtungen auf digitale Formate setzen, um sie für sich zu gewinnen. Online-Bewerbungsprozesse sind daher ein absolutes Muss. Mit einem gezielten Social-Media-Recruiting kann man zudem passive Kandidaten aktivieren, die sich von alleine nicht bewerben.

Trend 3: Employee Wellbeing im Fokus

Entscheider medizinischer Einrichtungen sollten künftig verstärkt das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden im Fokus haben, auch Employee Wellbeing genannt. Beispielsweise indem Zusatzangebote oder ganze Programme angeboten werden: von Stressbewältigungs-Trainings bis hin zu Mental-Health-Workshops. Denn Mitarbeitende, die sich in ihrem Arbeitsumfeld und mit ihren täglichen Aufgaben wohlfühlen, sind deutlich leistungsfähiger, haben weniger Fehlzeiten und bleiben ihrem Arbeitgeber länger treu. Employee Wellbeing wird durch eine positive Arbeitsumgebung gefördert und besteht aus unterschiedlichen Faktoren. Jede Einrichtung sollte sich hierbei auf die für sie relevanten fokussieren, die den größten Einfluss auf die Mitarbeiterzufriedenheit haben. Als Hauptfaktoren arbeiten aktuell viele Unternehmen mit einer Mischung aus „mentale Gesundheit“, „physische Gesundheit“, „finanzielle Sicherheit“ und „soziales Miteinander“. Dies sollte aber immer individuell bewertet und gewichtet werden.

Employee Wellbeing

Trend 4: Förderung von Diversität am Arbeitsplatz

Die Themen Gleichberechtigung und Diversität avancieren für viele Kandidaten zu einem wichtigen Bewerbungskriterium. Wichtig ist, den Bewerbern glaubwürdig zu vermitteln, dass man diese Themen ernst nimmt und auch im Arbeitsalltag ein respektvoller Umgang gepflegt wird. Denn Mitarbeitende, die sich respektiert und wahrgenommen fühlen, wechseln seltener ihren Arbeitsplatz. Somit verhindern medizinische Einrichtungen eine unnötig hohe Mitarbeiterfluktuation. Diversität am Arbeitsplatz bedeutet aber nicht nur Vielfalt in Bezug auf Geschlecht, kulturelle Zugehörigkeit oder Religion, sondern auch Vielfalt der Persönlichkeiten, Ausbildung oder Fähigkeiten. Das Ergebnis: Teams, die sich aus verschiedenen (kulturellen) Hintergründen und Erfahrungen zusammensetzen, arbeiten oftmals lösungsorientierter und effizienter. Um unterschiedliche Erfahrungswerte in einem Team konkret zu forcieren, können beispielsweise Talente aus dem Ausland rekrutiert werden.

Trend 5: Empfehlungs- und Prämienprogramme als Must-Have

Gemäß dem Motto “Mitarbeiter empfehlen Mitarbeiter” sollten Entscheider medizinischer Einrichtungen im kommenden Jahr über Mitarbeiterempfehlungsprogramme nachdenken. Denn Ärzte aus den eigenen Reihen können potenziell neue Mitarbeiter authentisch von einer Einrichtung überzeugen und für diese gewinnen. Außerdem sind die meisten Ärzte gut vernetzt und wissen um den Wechselwunsch von Fachkollegen und können diese gezielt und zum richtigen Zeitpunkt ansprechen. Um den Anreiz für eine Teilnahme an dem Empfehlungsprogramm zu erhöhen, sollte ein entsprechendes Bonussystem entwickelt werden. Solch ein Bonus könnte beispielsweise ein Tank- oder Essensgutschein sein. Neben einem Empfehlungsprogramm bietet sich auch ein Prämienprogramm an. Prämien können zum Beispiel extra freie Tage sein, die sich die Mitarbeitenden durch bestimmte Leistungen erarbeiten können. Wichtig sind klare Regeln, wann und zu welchen Bedingungen Mitarbeitende Prämien erhalten können. Solche Programme zielen dabei nicht nur auf eine erwünschte Leistungssteigerung ab, sondern sind vielmehr ein Zeichen der Wertschätzung für erbrachte Leistung und Loyalität eines Mitarbeitenden. Natürlich müssen sich Empfehlungs- und Prämienprogramme für medizinische Einrichtungen auch lohnen. Die Rentabilität ist wiederum messbar, zum Beispiel bei einer Steigerung der Mitarbeiterzahlen oder sinkenden Mitarbeiterfluktuation.

Trend 6: Kooperationen für kürzere Vakanzen

Unbesetzte Stellen kosten medizinische Einrichtungen Unsummen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn in sehr spezifischen oder umkämpften Fachrichtungen Ärzte gesucht werden und zudem die Lage der medizinischen Einrichtung bedingt attraktiv ist. Für kürzere Vakanzen und eine erhebliche Arbeitsentlastung können Personaldienstleister sorgen. Sie verfügen über ein großes Netzwerk und eine umfassende Kartei an präqualifizierten Kandidaten, sodass auch hochkarätige Stellen schneller besetzt werden können. Hinzu kommt, dass sich Personaler von Kliniken und MVZ dank der Entlastung wieder vermehrt auf das laufende Tagesgeschäft konzentrieren können.

Unser Fazit: Auf dem Arbeitsmarkt im Medizinsektor ist auch 2023 keine Entspannung in Sicht. Daher dürfen Einrichtungen nichts unversucht lassen, wenn sie qualifiziertes Personal für sich gewinnen möchten. Einzelne Maßnahmen, wie die hier genannten, sind daher sicher ein guter Anfang. Der erwünschte Erfolg dürfte sich aber erst einstellen, wenn möglichst viele dieser Instrumente moderner HR-Arbeit zum Einsatz kommen.

© AdobeStock / Jo Panuwat D

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