Warum Wechselbereitschaft bei Ärzten selten öffentlich sichtbar ist

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Viele Kliniken und MVZ kämpfen um Fachkräfte und schauen dabei auf den falschen Markt. Sie warten auf Bewerbungen, die nicht kommen. Es werden Stellenanzeigen geschalten, die jedoch kaum jemand liest, der wirklich wechselbereit ist. Daraus schlussfolgern die medizinischen Einrichtungen, dass es keine geeigneten Kandidaten für ihr Unternehmen gibt.

Doch die Realität sieht anders aus, denn der Markt ist nicht leer, er ist nur unsichtbar.

Die Zahl, die alles verändert

Das Ärztebarometer 2025, die größte arbeitsmarktbezogene Befragung von Ärzten in Deutschland, durchgeführt im Auftrag von ÄRZTESTELLEN (Deutsches Ärzteblatt) mit 3.132 Befragten, liefert eine ernüchternde Erkenntnis für alle, die Recruiting über klassische Ausschreibungen betreiben:

Knapp 80 Prozent der angestellten Ärzte in Deutschland sind offen für einen Arbeitgeberwechsel. Doch nur 16,5 Prozent suchen aktiv. Die große Mehrheit – rund 63 Prozent – sind passiv oder latent Suchende. Sie schauen sich gelegentlich um oder sind grundsätzlich offen für Anfragen, ohne dabei selbst aktiv zu werden.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass alle, die ausschließlich auf eingehende Bewerbungen warten, gerade einmal ein Fünftel des tatsächlich verfügbaren Marktes sehen.

Warum Wechselwillige schweigen

Wechselbereitschaft ist kein öffentlicher Zustand. Mögliche, nachvollziehbare Gründe sind:

• Der aktuelle Arbeitgeber darf es nicht erfahren Ein Arzt, der offen nach einer neuen Stelle sucht, riskiert möglicherweise das Verhältnis zur Klinikleitung, Nachteile beim Dienstplan oder eine beschleunigte Kündigung.

• Unsicherheit über den richtigen Zeitpunkt Viele Ärzte sind offen, aber nicht entschieden. Sie würden wechseln, wenn das Richtige käme, sind jedoch nicht aktiv auf der Suche.

• Das Stigma des Jobwechslers Gerade in der Medizin, wo Loyalität und Kontinuität tradierte Werte sind, wird aktive Jobsuche manchmal noch als Zeichen von Instabilität wahrgenommen.

• Keine bzw. zu wenig Zeit Wer Vollzeit in einer Klinik arbeitet und Bereitschaftsdienste übernimmt, steht oftmals vor der Herausforderung Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Es fehlt die Zeit nach passenden Stellenanzeigen zu suchen und Bewerbungsunterlagen zu erstellen.

Das Ergebnis: Wer wechseln würde, ist nicht aktiv, sondern wartet darauf, angesprochen zu werden.

Stellenanzeigen erreichen die Falschen oder gar niemanden

Eine Stellenanzeige setzt voraus, dass ein Kandidat überhaupt sucht und dabei ausgerechnet auf diese eine Anzeige stößt, und das in einem Moment, in dem er offen für einen Wechsel ist. Beim passiven Kandidaten schließt sich diese Kette nur selten.

Das Ärztebarometer scheint dem zunächst zu widersprechen, denn knapp die Hälfte der Ärzte hat sich schon einmal beworben, nachdem eine ansprechende Anzeige sie erreicht hatte, ohne aktiv gesucht zu haben. Auf den ersten Blick klingt das nach einem Argument für die Stellenanzeige. Bei genauerem Hinsehen spricht es für Sichtbarkeit und Reichweite. Den Ausschlag gibt, ob eine überzeugende Botschaft im passenden Kanal sichtbar wird, und das im richtigen Moment.

Was passive Kandidaten wirklich bewegt

Der entscheidende Unterschied zwischen aktiven und passiven Kandidaten: Aktive Suchende kommen zu Ihnen, wohingegen passive abgeholt werden müssen. Und das funktioniert nur, wenn man weiß, wo sie stehen und was sie bewegt.

Laut Ärztebarometer 2025 sind die ausschlaggebenden Faktoren für einen Wechsel nicht primär das Gehalt, sondern Arbeitsklima (82 % nennen es als sehr wichtig), Vereinbarkeit von Beruf und Familie (61 %) sowie Arbeitszeiten und Dienstmodelle (55 %). Das sind Themen, die man nicht in eine Stellenanzeige presst. Das sind Themen, über die man in einem persönlichen Gespräch auf Augenhöhe spricht.

Der versteckte Markt und wer ihn kennt

Personalberater, die sich auf das Gesundheitswesen spezialisiert haben, arbeiten täglich mit passiven Kandidaten. Das liegt schlichtweg daran, dass sich Vertrauen und Netzwerk über Jahre aufbaut. Ein erfahrener Personalberater weiß:

✓ Welcher Oberarzt seit Monaten unzufrieden ist, aber noch nicht aktiv sucht.

✓ Welche Fachärztin einen Ortswechsel plant, aber noch keine konkreten Schritte eingeleitet hat.

✓ Welcher Kandidat beim letzten Vermittlungsgespräch sagte, dass er nächstes Jahr für einen Wechsel bereit wäre.

Diese Informationen entstehen aus Beziehungen und sind der eigentliche Wettbewerbsvorteil im Ärzte-Recruiting.

Was das für Kliniken und MVZs bedeutet

Wer ausschließlich auf eingehende Bewerbungen setzt, verliert nach und nach den Anschluss, weil der passive Markt für klassisches Recruiting schlicht unsichtbar bleibt. Die wechselbereiten Ärzte sind da, tauchen aber in keinem Bewerbungseingang auf.

Das liegt selten an der eigenen Attraktivität als Arbeitgeber. Der Markt hat sich verschoben, und Recruiting im Gesundheitswesen lebt heute von aktiver Ansprache. Wer auf Bewerbungen wartet, erreicht genau die nicht, auf die es ankommt.

Die entscheidende Frage lautet damit nicht mehr, warum sich so wenige bewerben. Sie lautet: Wie erreichen wir jene, die sich nie bewerben würden und trotzdem wechseln wollen?

Was EMC Adam anders macht

EMC Adam betreibt seit über 20 Jahren aktives Kandidaten-Management im Gesundheitswesen. Unser Kandidatenpool umfasst mehr als 20.000 Ärzte, darunter eine große Zahl passiver Kandidaten, die nicht aktiv auf Stellensuche sind, aber offen für das richtige Angebot.

Wir sprechen diese Kandidaten direkt und diskret an. Wir kennen ihre Wechselmotive, ihre Präferenzen und ihren Zeithorizont, weil wir in Kontakt bleiben, nicht nur dann, wenn eine Stelle ausgeschrieben ist.

Für Kliniken und MVZ bedeutet das Zugang zu einem Markt, der mit Stellenanzeigen nicht erreicht wird.

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