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Wer heute eine Stelle als Assistenzarzt ausschreibt, bekommt Bewerbungen – manchmal mehr manchmal weniger. Was er selten bekommt, sind Bewerbungen von Leuten, die wirklich bleiben wollen. Die Generation Z, die seit einigen Jahren in deutschen Kliniken ankommt, ist gut ausgebildet und vergleicht mit einer Präzision, die frühere Generationen so nicht kannten: Arbeitgeberbewertungen werden gelesen, Dienstpläne werden vor dem ersten Gespräch abgefragt, und eine Stellenanzeige, die über Weiterbildungsermächtigungen spricht, aber kein Wort über das Teamklima verliert, sagt für sie bereits alles Relevante aus.
Das ist kein Generationenkonflikt und auch kein Anzeichen mangelnder Motivation. Es ist das Ergebnis einer Gruppe, die in einer Arbeitswelt aufgewachsen ist, in der Transparenz normal ist und die deshalb Intransparenz als Signal wertet.
Die Generation Z – grob gesagt alle, die ab Mitte der 1990er-Jahre geboren wurden – ist längst in der klinischen Arbeitswelt angekommen. Ein großer Teil der Assistenz- und Weiterbildungsärzte in deutschen Akutkrankenhäusern gehört heute dieser Kohorte an. Im MB-Monitor 2024, der bundesweit knapp 9.650 angestellte Ärzte befragte, war mehr als die Hälfte der Teilnehmer nicht älter als 40 Jahre.
Was diese Generation antreibt, hat das Institut für Generationenforschung in seiner Generation-Thinking-Studie untersucht: 88,4 Prozent der befragten jungen Menschen gaben an, dass ein gutes Arbeitsklima für sie wichtig sei – mehr als interessante Tätigkeiten, Aufstiegschancen oder ein hohes Einkommen. Geld ist nicht unwichtig, aber es ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Wer mit einem guten Gehalt allein überzeugen will, hat die Erwartungshaltung dieser Generation grundlegend missverstanden.
Der Deloitte Gen Z und Millennial Survey 2025, für den weltweit mehr als 23.000 Personen befragt wurden, kommt zu einem ähnlichen Befund: Mehr als die Hälfte der Befragten nennt die Sinnhaftigkeit der Arbeit als zentrales Kriterium bei der Wahl eines Arbeitgebers. Für junge Ärzte, die oft mit einer ausgeprägten Motivation ins Studium gestartet sind, ist das keine überraschende Erkenntnis, aber es macht deutlich, wie wichtig es ist, diesen Sinn auch im Arbeitsalltag spürbar zu machen.




Die Rede von der Work-Life-Balance ist in vielen Klinikdiskussionen zu einem Reizwort geworden, oft verbunden mit dem Vorwurf, die junge Generation wolle schlicht weniger arbeiten. Das greift zu kurz. Die Ergebnisse des MB-Monitors 2024 zeigen, dass junge Ärzte vor allem planbare Dienste statt Dauerstress fordern, Wertschätzung und sinnvolle Arbeit suchen und individuelle Entwicklung statt Stillstand erwarten. Es geht also nicht um weniger Einsatz, sondern um bessere Rahmenbedingungen für den Einsatz, den sie durchaus bereit sind zu bringen.
Die Zenjob-Studie 2024 zeigt außerdem, dass mehr als die Hälfte der Gen Z aktiv in ihre mentale Gesundheit investiert – und von Arbeitgebern erwartet, dass diese das nicht nur akzeptieren, sondern durch eine entsprechende Unternehmenskultur aktiv unterstützen. In einer Branche, die seit Jahren mit Burnout-Raten und Berufsausstiegen kämpft, ist das kein Luxusanspruch, sondern eine Frage der Nachhaltigkeit.
Der zunehmende Eintritt der Generation Z in chirurgische Fächer und andere anspruchsvolle Disziplinen trifft auf ein Berufsbild, das lange durch lange Arbeitszeiten, hohes persönliches Engagement und die Zurückstellung eigener Bedürfnisse zugunsten des Berufs geprägt war. Dass diese Kollision Reibung erzeugt, ist erwartbar. Dass sie lösbar ist, zeigen Kliniken, die ihren Recruitingansatz bereits angepasst haben.
Der häufigste Fehler liegt nicht im Angebot selbst, sondern in seiner Darstellung. Stellenanzeigen, die auf Karriere, Leistungsspektrum und Weiterbildungsermächtigungen setzen, adressieren eine Generation, die diese Punkte zwar würdigt, aber zunächst wissen möchte: Wie sieht mein Alltag dort aus? Wer sind meine direkten Vorgesetzten? Wie geht das Haus mit Überstunden um? Gibt es Teilzeitmodelle?
Die Ergebnisse des MB-Monitors 2024 machen den Handlungsdruck deutlich: 59 Prozent der befragten Ärzte beurteilen die ärztliche Personalbesetzung in ihrer Einrichtung als schlecht oder eher schlecht. Wer unter diesen Bedingungen neue Stellen besetzen muss, braucht mehr als eine klassische Anzeige. Er braucht eine Sprache, die junge Mediziner tatsächlich anspricht.
Das betrifft auch die Kanäle. Die Generation Z ist nicht auf Instagram zu erreichen – zumindest nicht, wenn es um ärztliche Stellenangebote geht. Für Studierende und junge Akademiker sind berufliche Netzwerke und Stellenportale relevanter als Social Media: Bei einer Umfrage gaben 44 Prozent der studierenden Gen Z an, dass Stellenangebote in sozialen Netzwerken hilfreich wären – aber eben in beruflichen Kontexten, nicht im privaten Feed. Plattformen wie XING und LinkedIn sind daher der richtigere Ort für die Erstansprache, ergänzt durch ein konsistentes Arbeitgeberprofil, das authentisch und konkret kommuniziert.
Kliniken, die junge Ärzte gewinnen wollen, müssen verstehen, dass Recruiting heute keine reine HR-Aufgabe mehr ist. Es ist eine Kommunikationsaufgabe – und eine strategische. Die Art, wie eine Klinik sich nach außen darstellt, welche Werte sie kommuniziert, wie sie mit Feedbackkultur und Dienstplanung umgeht: Das alles ist für die Generation Z lesbar und entscheidend.
Stellenanzeigen sollten weniger über das Haus sprechen und mehr über den Arbeitsalltag. Führungskräfte sollten erreichbar und sichtbar sein – nicht als Hierarchiestufe, sondern als Ansprechpartner. Und Weiterbildung sollte nicht nur als Versprechen auf dem Papier stehen, sondern in konkreten, nachvollziehbaren Strukturen erkennbar sein.
Hier setzt die Arbeit von EMC Adam an. Kliniken, die verstehen wollen, wie sie junge Ärzte heute wirklich ansprechen, brauchen oft mehr als eine überarbeitete Stellenanzeige. Sie brauchen jemanden, der die Erwartungshaltung dieser Generation kennt, der weiß, auf welchen Kanälen man sie erreicht, und der zwischen dem, was eine Klinik anbietet, und dem, was ein Kandidat sucht, vermitteln kann.
Das ist keine Übersetzungsleistung im wörtlichen Sinne. Es ist die Fähigkeit, den richtigen Menschen zur richtigen Stelle zu führen – bevor er einfach weiterscrollt.
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